Tagung "Kognition/Kooperation"

08.05.2013

acameo-Geschäftsführer organisiert Tagung, die sich mit mentalem und gesellschaftlichem Wandel beschäftigt

Die Tagung vereint zwei Schwerpunkte der aktuellen Forschung im Bereich der Sprachanthropologie: Kognition und Kooperation sind spätestens seit Michael Tomasellos Arbeiten zur kulturellen Entwicklung des Menschen von interdisziplinärem Interesse. Der Mensch habe die Kommunikation mit dem Ziel der Kooperation entwickelt. Aufbauend auf Paul Grice‘ Kooperationsprinzip entwirft Tomasello die Basis für eine interdisziplinäre Aufarbeitung kognitiver und kommunikativer Prozesse. Die aktuelle Relationship Science ist dafür nur ein Beispiel. Nimmt man an, dass aus den menschlichen Kooperationsbedürfnissen das Wort entsteht und aus dem Wort die Überzeugungen und Meinungen innerhalb gesellschaftlicher Gruppen, ergeben sich daraus spannende Forschungsfragen der diversen Perspektiven auf Kognition, Kommunikation und Kooperation. Erst die kognitive Flexibilität des Menschen und das Prinzip der Kooperation sowie die Einbindung durch Assimilierung von Gedankengut ermöglichen die nachhaltige Etablierung der Überzeugungen und damit ihre langfristige Konventionalisierung für die Gesellschaft. Doch was veranlasst oder hindert Menschen daran, ihre kognitiv entwickelten Fakten, Meinungen oder Ideen an andere weiterzugeben und dadurch in die Gesellschaft zu transferieren? Wie funktioniert diese kulturelle Weitergabe von Wissen? Welche Rolle spielen hierbei situative und sprachlich-kognitive Merkmale? Wie entsteht aus reinem Faktenwissen eine subjektive Meinung? Wann und warum akzeptieren Personen darüber hinaus die Meinungen anderer? Und wie bilden sich aus den (neuen) Überzeugungen Einzelner vorherrschende Meinungen ganzer Gesellschaftsgruppen?
Die Frage nach dem missing link zwischen kognitiver Idee und Überzeugungsmechanismen innerhalb der Gesellschaft soll während dieser Tagung im Fokus stehen. Insofern versteht sich dieses Vorhaben als Beitrag zu gegenwärtigen kultur-, kommunikations- und neurowissenschaftlichen sowie soziologischen und psychologischen Diskussionen, die um die Frage nach dem Prozess kulturellen Wandels kreisen.

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Diese Tagung findet im Rahmen des Zukunftskonzeptes der Universität Tübingen statt.
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

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