Je mehr Pixel desto schlechter das Bild

25.01.2012

aus der Reihe: Fotografie & Wahrnehmung. Teil III.

Wird eine neue Digitalkamera auf den Markt geworfen, wird meist mit der Megapixelanzahl nebst dem Preis geworben. Dabei wird suggeriert, dass die Abbildungsleistung mit der Anzahl der Megapixel steigt – einziger Indikator der Bildqualität also. Dieser folgenschwere Irrtum resultierte in einem wahren Megapixelwahn im Segment der Konsumentenkameras.
Das Problem an der reinen Pixelvermehrung ist, dass etliche andere Faktoren die Abbildungsleistung der Kamera mitbestimmen – wie etwa die Sensorgröße oder das verwendete Objektiv. Die einseitige Steigerung der Pixeldichte, ohne die anderen Faktoren zu modifizieren resultiert in einer Verringerung der Abbildungsleistung.
Kompaktkameras sollen, wie der Name vermuten lässt klein sein. Konstruktionsbedingt werden unter anderem kleine Bildsensoren verbaut, auf denen die Pixel sehr dicht aneinander liegen; je mehr desto dichter. Analog dazu sinkt die Lichtaufnahme jedes Pixels, das Rauschen des Sensors nimmt zu und damit sinkt die Detailwiedergabe (=Auflösung). Das aufgenommene Bild hat zwar die Dateigröße wie ein hochauflösendes Foto tatsächlich aber wird die Datei nur durch inhaltsleeres Rauschen aufgebläht.
Der beste Kompromiss für günstige Kompaktkameras ist ein Sensor mit rund 6 MP, was einer Pixelgröße von >3µm gleichkommt. Dies ist gerade so genügend  für einen Abzug bis DIN A4 Format, wer also mehr will, sollte sich nach einer Kamera mit einem größeren Sensor umschauen. Fündig wird man da beispielsweise bei digitalen Spiegelreflexkameras.

Valentin Marquardt ist Fotograf bei acameo.

Zurück